Die Dialektik der Bürokratie

Es gab Zeiten, heute mögen das viele Zeitgenossen kaum noch glauben, da galt eine gut aufgestellte Bürokratie als ein Segen für das Staatswesen. Mit der Bildung moderner Nationalstaaten, die getrieben wurde durch eine beeindruckende Entwicklung der Produktivkräfte und der allmählichen Industrialisierung und Verwissenschaftlichung der Ökonomie fielen dem Staat immer mehr Aufgaben zu, die in Despotien unbekannt waren. Vor allem bei dem Übergang vom fürstlichen Dekret zu einer konstitutionellen Gesetzgebung wurden viele Lebensbereiche der Gesellschaft erfasst. Der Staat mauserte sich mit zu einem hoch ausdifferenzierten Konstrukt, das organisiert werden musste. (mehr…)

Rössler Ungerechtigkeit als Arbeitsbedingung

Ist ja ne tolle Sache, da hat sich der Herr Rössler tatsächlich hin gestellt und will nicht mehr weiter arbeiten, wenn man Ihm seine Kopfschusspauschale nicht durch winkt. Klar das Prinzip klingt schon auf den ersten Block absolut obergerecht. Alle zahlen den gleichen Beitrag, egal wer wie viel verdient. Natürlich will man für die Habenichtse einen sozialen Ausgleich über Steuermittel schaffen und ich kann mir auch schon genau vorstellen wie das dann wieder aus sieht. Im Gesundheitsministerium wird ein Staatssekretärposten geschaffen, unter dem eine ganz neue Abteilung Sozialausgleich mit 1000 Beamten arbeitet. Die haben dann den ganzen Tag nicht anderes zu tun, als 5 seitige Anträge zu bearbeiten, auf denen die schlecht verdienenden versuchen die Pauschale wieder zu bekommen, während die besser verdienenden den Beitrag einfach von der Steuer ab setzen oder sich gleich privat versichern und dann eben den Beitrag als Betriebskosten geltend machen. (mehr…)

FDP als Postenerfinder

Vor der Wahl ist nun mal nicht nach der Wahl, das ist schon lange klar. Was die Gelben zu Zeit allerdings veranstalten ist schon wieder der Knaller. Nachdem man sich seine Meinung schon hat kaufen lassen, und wie im Gesundheitsministerium sogar unbeliebte Leute einfach durch Lobbyisten ersetzt, muß man es natürlich auch bei dem Sparen nicht mehr so genau nehmen. Vor der Wahl wollte man zum Beispiel noch das Entwicklungshilfeministerium Abschaffen und natürlich auch die Etats überprüfen, denn kein Mensch versteht, wiso wir dem neuen Exportmeister auch noch Entwicklungshilfe zahlen. Auch vom Bürokratieabbau und Stellenstreichungen war vor der Wahl die Rede. (mehr…)

Datenschutzbestrebungen des Bundes völlig unglaubwürdig

Die Datengräber, die die Regierung über uns sammelt, können wir ja weder mehr hören, noch zählen. Auch fehlt eine gute Strategie, um etwas dagegen zu tun. Argumentiert wird von jedem Datensammeltier immer mit Optimierung, oder der Abwendung von gesellschaftlichem Unheil. In der dann folgenden Debatte schiebt man das Augenmerk schnell von der eigentlichen Datensammlung weg, hin zu der Einschränkung ihrer Verwendung (um damit Fakten zu schaffen und die Erhebung erst gar nicht mehr weiter zu diskutieren).

Wie glaubwürdig ist eine solche Einschränkung der Verwendung? Wie ernst der Staat es mit der Legalität meint, wenn es um erhobene Daten geht, das kann man aktuellen Bestrebungen unseres Bundesministers Schäuble ablesen: (mehr…)

Die Ursachen der derzeitigen Krise der Staatsfinanzen

Die Einschläge kommen näher. Mussten bislang vor allem Länder der Peripherie der Europäischen Union – wie etwa Ungarn, Rumänien oder Lettland – mittels milliardenschwerer Hilfspakete des IWF, der Weltbank und der EU vor dem Staatsbankrott bewahrt werden, so droht erstmals mit Griechenland einem Land der Eurozone die Zahlungsunfähigkeit. Als weitere Pleitekandidaten werden inzwischen Euroländer wie Portugal oder Spanien ausgemacht. Auch Kernländer des kapitalistischen Systems stöhnen unter einer ungeheuren Schuldenlast und verschulden sich in einem aberwitzigen Tempo. Die japanische Staatsverschuldung beträgt längst mehr als 200 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dieser einstmals zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Großbritannien (Staat, Wirtschaft und Verbraucher) hat bereits einen Schuldenberg von nahezu 500 % seines BIP angehäuft. Die staatliche US-Schuldenaufnahme soll in diesem Jahr mit 1,6 Billionen US-Dollar einen neuen Allzeitrekord aufstellen. Es ist absolut offensichtlich, dass diese rasant fortschreitende Schuldenaufnahme der meisten Industriestaaten nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann. Inzwischen drohen Ratingagenturen damit, selbst den USA und Großbritannien ihre erstklassige Bonitätsbewertung abzuerkennen. (mehr…)

Der Datendiebstahl

Wenn mal wie­der Daten auf wel­che Weise auch immer außer­halb ihres geschütz­ten Berei­ches auf­tau­chen, wird gerne von „Daten­dieb­stahl“ gespro­chen. Wenn es dann Kun­den­da­ten­ban­ken sind, wird gerne pole­misch gefragt, warum das denn „jetzt erst auffalle?!“.

Schrei­bende Zunft, Poli­ti­ker, Wirt­schafts­len­ker, schreibt es Euch hin­ter die Ohren: Egal ob es sich um Musik, Filme, die Bau­pläne des Trans­ra­pids oder eben die Kun­den­da­ten­bank eines Inkas­so­bü­ros han­delt, Daten kön­nen nicht gestoh­len wer­den. Begriffe wie „steh­len“, „rau­ben“, „ent­wen­den“ etc. ent­stam­men der alten ana­lo­gen Welt in der Leitz-Ordner aus einem Gebäude getra­gen oder unhand­li­che Magnet­band­spu­len unterm Man­tel ver­steckt wurden.

Bitte sprecht auch nicht von einem Ver­lust, oder daß Daten „abhan­den gekom­men“ seien.. Die Daten sind näm­lich wei­ter­hin an ihrem ursprüng­li­chen Platz — so sie dort nicht noch absicht­lich gelöscht wur­den, was eher nicht die Regel ist. (mehr…)

Studenten bauen Słubfurter Mediathek auf

Die Integration von Universität und dem grenzübergreifenden Stadtraum Frankfurt (Oder) und Słubice voranzutreiben, war Gegenstand eines Kulturmanagement-Seminars an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im zurückliegenden Wintersemester. Nun stellen die Studierenden nach einem halben Jahr intensiver Arbeit ihre Ergebnisse am Donnerstag, dem 4. Februar 2010, 18.00 Uhr, beim Neujahrsempfang des Vereins „Słubfurt” in der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) der Öffentlichkeit vor. (mehr…)

Ungarns Staatsschuld und ihre Besprechung in den Medien

Ungarns Staatsschuld macht nach verschiedenen Berechnungsweisen heute zwischen 80 und 90% des Bruttoinlandsproduktes aus. Die Zahlungsunfähigkeit des Landes wurde durch einen IWF-Kredit abgewendet. Eine Besserung der Lage ist nicht abzusehen.
Das Rating des Landes liegt bei BBB, und da weist die Tendenz eher nach unten als nach oben.

So weit, so schlecht.

Man muß einmal die Begrifflichkeit des Jargons der diversen Wirtschaftsblätter verlassen, um zu verstehen, um was es da geht und was das für den ungarischen Staat, die ungarischen Unternehmen und die ungarischen Normalverbraucher heißt.

Ungarn hatte zum Zeitpunkt der Wende 1989/90 die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Staaten des COMECON. Die ungarischen sozialistischen Politiker der 80-er Jahre hatten also überhaupt keine Bedenken gehabt, ihr Land bis über die Ohren zu verschulden, um die wirklichen oder eingebildeten Mängel ihres Wirtschaftssystems durch mittels Kredit finanzierte Einkäufe auf dem Weltmarkt zu kompensieren.
Die postsozialistischen Regierungen sahen gar die Verschuldung als eine Art Garantie an, daß ab jetzt „ordentlich“ gewirtschaftet würde, und die internationalen Experten von Weltbank, IWF, und anderen Instituten ihnen schon das Profitmachen beibringen würden. (mehr…)

Freundliches Frankfurt?

In Frankfurt (Oder) hat sich angesichts der Kritik des
Ausländerbeauftragten Michel Garand an der Arbeit der Ausländerbehörde
(„Mehr Angst vor die Behörden hier als vor Rechtsradikalen“
Oderlandspiegel 03.01.2010) eine kleine Debatte entfacht.

Berrichterstattung vom Regional Sender

Quelle:
http://www.ffo-tv.de/berichterstattungen/Freundliches_Frankfurt-950.html

kleines Kino «Winter ade»

Am 02. Februar 2010 um 19.30 Uhr im Audimax der Europa-Universität
DDR 1988, 115 Min., ab 12 Jahren
Veranstaltung mit der Europa-Universität und dem Filmverband Brandenburg

„Winter adé“, der Titel der Filmreihe, entstammt dem gleichnamigen Dokumentarfilm von Helke Misselwitz, in dem sie Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft porträtiert. (mehr…)

„Damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt“

Paul Njoroge aus Kenia

Die Fahrt mit dem Bus vom Bahnhof Frankfurt/Oder zum städtischen
Wohnheim An den Seefichten dauert 25 Minuten. Von weitem machen die
zweigeschossigen Gebäude keinen schlechten Eindruck. Die Einzäunung und
der Wachschutz am Eingang zeigen allerdings, dass es sich hier
keinesfalls um Mietshäuser handelt.75 Flüchtlinge sind hier
untergebracht, einer von ihnen ist Paul Njoroge aus Kenia. Seit 7 Jahren
wohnt er hier in Haus 2 im zweiten Stock.

Alltag als Flüchtling – Reportagen aus dem Leben von Flüchtlingen in Deutschland

  • Audio:
    Paul Njoroge aus Kenia
    Funkhaus Europa Cosmo (18.01.10), 3’52
  • Die Studenten protestierten – und alle fanden’s gut

    Wenn Studenten ihren Widerstand gegen die herrschende Bildungspolitik artikulieren, statt wie gefordert brav und stupide die vorgegebenen Inhalte auswendig zu lernen, wenn sie die Hörsäle an den Universitäten besetzen und in Massen auf die Straßen gehen; und wenn dieser Protest dann keineswegs auf Unverständnis oder gar Kritik stößt, sondern wenn die Politiker und die Hochschulleitungen den Studenten gar Recht geben – dann stimmt mit diesen Protesten etwas nicht. Wenn also die eigentlichen Gegner der Studenten mit in deren Klagelaut einstimmen, wenn sich Politiker und Professoren gegenseitig die Schuld für die Probleme zuschieben, aber gleichzeitig Korrektur versprechen und sich die Studenten über die Bestätigung von dieser Seite noch freuen, dann ist das Ergebnis dieser Proteste kein großes Wunder. (mehr…)

    s‘ ist leider Krieg

    Der deutsche Kriegsminister Karl-Theodor Wilhelm zu Guttenberg wollte zunächst 2500 Soldaten mehr nach Afghanistan schicken, nun werden es wohl „nur“ 500. Darüber hinaus ist aber auch sehr interessant, was der Minister so von sich gibt, etwa:

    Es ist aber wichtig und richtig, dass auch die amerikanischen Truppen in Nordafghanistan unter deutscher Führung bleiben. Dafür müssen wir übrigens auch entsprechende Strukturen schaffen.

    (mehr…)

    Sieg der Atomlobby

    Na ist das nicht fein, der Ausstieg aus dem Ausstieg ist vollzogen. Sämtliche Kraftwerke bleiben bis auf Weiteres am Netz, sogar die Uraltmonstren Biblis A und Neckar Westheim sollen reaktiviert werden. Damit hat unsere großartige Bundesregierung ein weiteres Mal bewiesen, das die Herrschaften auf Alles scheißen was es an langfristigen Vereinbarungen gibt.

    Völlig egal das man bis heute nicht weiß wo hin mit dem Müll den diese Dinger produzieren, in Russland ist schließlich noch jede Menge Platz und kleine Kolalateralschäden wie das minimale Problem mit der Asse nimmt man doch gerne in Kauf, wenn es darum geht die Gewinne der Strommafia zu erhöhen. Auch klar, das zum größten Teil der Steuerzahler für die Entsorgung auf kommt, denn wenn die Energiewirtschaft dafür einen realistischen Preis ablatzen müsste, könnte man die kostendeckende Produktion von Atomstrom schon vergessen. (mehr…)

    Wir alle sind gierig! Ach ja? Zum intellektuellen Niedergang der Plasberg-Shows „Hart aber fair“

    Täuscht mein Eindruck, oder werden die Talkshows unter Plasberg immer schwachsinniger?

    Letzte Woche, am 20. Januar, hatte man sich nochmals die Finanzkrise vorgeknöpft, unter dem Titel „Genug ist noch zu wenig – Warum regiert nur die Gier?“. „Gier“ als Hauptursache des weltweiten Crashs 2008/9?

    Nun, zweierlei war während der Sendung festzustellen: erstens wurde die Finanzkrise aufs „rein Menschliche“ reduziert, auf Psychologie, auf Simpel-Psychologie nebenbei, ergo auf „Gier“, sonst nichts. Und wenn als einzige Jutta Ditfurth wieder und wieder gegen dieses infantile Herunterpsychologisieren anging und Systemursachen ins Gespräch zu bringen versuchte, hatte sie gleich die Übermacht der gesamten Runde gegen sich (Ausnahme: Schauspieler Harald Krassnitzer), an der Spitze „Moderator“ Plasberg, der um jeden Preis das Thema seines Abends retten wollte und seine netten Einspielfilmchen. (mehr…)



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